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    Laborwissen6 Min.Jochen Wolf9. April 2026

    Medizinisch geprüft

    Fachlich geprüft von Jochen Wolf · Facharzt für Allgemeinmedizin

    Letzte Prüfung: 12. April 2026

    Laborwerte für Frauen ab 40, welche Werte wirklich wichtig sind

    Ab 40 verändern sich Hormonspiegel, Knochenstoffwechsel und kardiovaskuläres Risikoprofil. Welche Laborwerte Frauen in dieser Lebensphase gezielt kontrollieren sollten.

    Das Wichtigste in Kürze

    Frauen ab 40 durchlaufen hormonelle Veränderungen (Perimenopause), die Auswirkungen auf Schilddrüse, Knochendichte, Eisenstoffwechsel und Herz-Kreislauf-Risiko haben. Gezielte Labordiagnostik ermöglicht eine frühzeitige Erkennung und Prävention.

    Warum verändern sich Laborwerte ab 40?

    Ab Mitte 40 beginnt bei vielen Frauen die Perimenopause, eine Phase, in der die Östrogenspiegel schwanken und allmählich sinken. Diese hormonelle Umstellung beeinflusst zahlreiche Stoffwechselprozesse: den Knochenstoffwechsel, den Fettstoffwechsel, die Schilddrüsenfunktion und den Eisenhaushalt. Gleichzeitig steigt das kardiovaskuläre Risiko, das zuvor durch Östrogen teilweise geschützt war. Ein gezieltes Labor ab 40 schafft eine Ausgangsbasis, um diese Verschiebungen früh sichtbar zu machen.

    Schilddrüsenwerte: TSH, fT3 und fT4

    Schilddrüsenerkrankungen betreffen Frauen etwa fünfmal häufiger als Männer, und die Häufigkeit nimmt ab 40 zu. Eine Unterfunktion kann sich schleichend entwickeln und äußert sich durch Müdigkeit, Gewichtszunahme und Konzentrationsprobleme. Ein TSH-Wert als Screening reicht oft aus. Bei Auffälligkeiten bestimmen wir zusätzlich fT3 und fT4 sowie Schilddrüsen-Antikörper (TPO-AK). In unserer Praxis in Mainz gehört die Schilddrüsendiagnostik zu den häufigsten Laboranforderungen.

    Eisenstoffwechsel: Ferritin und Transferrinsättigung

    Frauen mit Menstruation verlieren regelmäßig Eisen. Ein Eisenmangel, auch ohne manifeste Anämie, kann zu Erschöpfung, Haarausfall, Konzentrationsschwäche und Restless-Legs-Symptomatik führen. Der Ferritinwert ist der empfindlichste Marker für die Eisenspeicher. Werte unter 15 µg/L sprechen für einen manifesten Eisenmangel, Werte unter 30 µg/L gelten als niedrig, bei Symptomen wie Müdigkeit oder Haarausfall ist ein Zielwert über 50 µg/L sinnvoll. Die Transferrinsättigung ergänzt die Diagnostik und zeigt, ob das vorhandene Eisen tatsächlich verfügbar ist.

    Vitamin D und Knochenstoffwechsel

    Mit sinkendem Östrogenspiegel beschleunigt sich der Knochenabbau. Ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel (≥ 30 ng/ml) ist Voraussetzung für eine funktionierende Kalziumaufnahme. In Deutschland sind laut RKI etwa 60 % der Bevölkerung unzureichend mit Vitamin D versorgt. Besonders in den Wintermonaten empfiehlt sich eine Kontrolle. Bei familiärer Osteoporose-Belastung bestimmen wir zusätzlich Kalzium, Phosphat und alkalische Phosphatase.

    Herz-Kreislauf-Risikoprofil

    Nach der Menopause steigt das kardiovaskuläre Risiko bei Frauen deutlich an und erreicht das Niveau von Männern. Die ESC-Leitlinien empfehlen eine Bestimmung von Gesamtcholesterin, LDL, HDL, Triglyceriden, und ergänzend ApoB und Lp(a) für eine präzisere Risikoeinschätzung. Ein einmalig gemessener Lp(a)-Wert bleibt lebenslang gültig. Der HOMA-Index zeigt eine beginnende Insulinresistenz, bevor der Nüchternblutzucker auffällig wird.

    Welche Laborwerte sollten Frauen ab 40 kontrollieren?

    Nicht jeder dieser Parameter ist für jede Frau ab 40 nötig — die konkrete Auswahl richtet sich nach Beschwerden, Vorgeschichte und Zyklusstatus. Als je nach Situation sinnvolle Parameter kommen in Frage: TSH (Schilddrüse), Ferritin und Transferrinsättigung (Eisen), 25-OH-Vitamin D, Blutbild, Nüchternglukose, HbA1c, HOMA-Index, Lipidprofil (LDL, HDL, Triglyceride, ApoB), Lp(a) (einmalig), hs-CRP (Entzündungsmarker), Estradiol, FSH und LH (Hormonstatus bei perimenopausalen Beschwerden) sowie Folat. Diese Parameter decken die relevantesten Risikobereiche ab und lassen sich in einem Termin bestimmen.

    Labordiagnostik für Frauen in unserer Praxis in Mainz

    In unserer Praxis bieten wir gezielte Laborprofile für Frauen ab 40 an, als Einzelleistungen oder im Rahmen unserer Check-up-Pakete. Das Haut-und-Haare-Profil und der Metabolic Check decken viele relevante Parameter ab. Für eine umfassende Standortbestimmung inkl. Hormonstatus eignet sich das Longevity Screening (627,06 €). Terminanfrage über Doctolib oder telefonisch. Welche Parameter einzeln bestimmbar sind, zeigt die Übersicht unter Laborwerte.

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    Quellen und Leitlinien

    1. [1] DGGG: S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, 2020.
    2. [2] DVO-Leitlinie: Leitlinie Osteoporose, Dachverband Osteologie, 2023.
    3. [3] ESC Guidelines 2021: 2021 ESC Guidelines on cardiovascular disease prevention. Eur Heart J. 2021;42(34):3227–3337.
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