Medizinisch geprüft
Fachlich geprüft von Jochen Wolf · Facharzt für Allgemeinmedizin
Letzte Prüfung: 27. Februar 2026
Vitamin-D-Mangel erkennen und richtig behandeln
Etwa 60 % der Deutschen haben im Winter einen unzureichenden Vitamin-D-Spiegel. Ab welchem Wert eine Supplementierung medizinisch begründet ist.
Das Wichtigste in Kürze
Vitamin D wird überwiegend über UVB-Strahlung in der Haut gebildet und ist in Mitteleuropa von Oktober bis März unzureichend verfügbar. Der Laborwert 25-OH-Vitamin D sollte über 30 ng/mL liegen. Eine unkontrollierte Hochdosis-Supplementierung ohne Laborkontrolle ist nicht empfehlenswert.
Warum ist Vitamin D so wichtig?
Vitamin D ist streng genommen kein Vitamin, sondern ein Hormon. Es spielt eine zentrale Rolle im Kalzium- und Phosphatstoffwechsel und ist damit entscheidend für die Knochengesundheit. Darüber hinaus beeinflusst Vitamin D das Immunsystem, die Muskelfunktion und zahlreiche Stoffwechselprozesse. Ein Mangel wird mit erhöhtem Risiko für Osteoporose, Infektanfälligkeit und Muskelschwäche in Verbindung gebracht.
Wie entsteht ein Vitamin-D-Mangel?
Der Körper bildet Vitamin D hauptsächlich über die Haut unter Einwirkung von UVB-Strahlung. In Deutschland reicht die Sonneneinstrahlung von Oktober bis März nicht aus, um eine ausreichende Synthese zu gewährleisten. Weitere Risikofaktoren sind: höheres Alter, dunkler Hauttyp, wenig Aufenthalt im Freien, Übergewicht und bestimmte Medikamente. Über die Ernährung werden in der Regel nur 10–20 % des Bedarfs gedeckt. Nach RKI-Daten liegen im Winter rund 60 % der Erwachsenen unter der DGE-Suffizienz-Schwelle von 20 ng/mL.
Welche Werte sind normal?
Der relevante Laborwert ist 25-Hydroxyvitamin D (25-OH-D) im Serum. Werte unter 20 ng/mL (50 nmol/L) gelten als Mangel. Ein Bereich von 20–30 ng/mL wird als suboptimal eingestuft. Ab 30 ng/mL (75 nmol/L) spricht die DGE von Suffizienz, Werte über 60 ng/mL bringen nach aktueller Datenlage keinen zusätzlichen Nutzen. Werte über 100 ng/mL können toxisch sein und sollten vermieden werden. Die Bestimmung erfolgt durch eine einfache Blutentnahme.
Wann ist eine Supplementierung sinnvoll?
Eine Supplementierung ist bei nachgewiesenem Mangel (unter 20 ng/mL) oder bei Risikogruppen medizinisch sinnvoll. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bei fehlender körpereigener Bildung 800 I.E. täglich. Bei nachgewiesenem Mangel können vorübergehend höhere Dosen erforderlich sein, dies sollte ärztlich begleitet und durch Kontrollmessungen überwacht werden. Von unkontrollierter Hochdosis-Einnahme ohne Laborbestimmung ist abzuraten.
Vitamin-D-Spiegel bestimmen in Mainz
Wer seinen Vitamin-D-Spiegel gezielt prüfen lassen möchte, kann die 25-OH-Vitamin-D-Bestimmung in unserer Praxis in Mainz als Einzelleistung oder im Check-up buchen. Bei auffälligen Werten erstellen wir einen abgestimmten Supplementierungsplan und kontrollieren den Spiegel nach 8–12 Wochen.
Jetzt Erweiterter Check-up buchen
Lassen Sie Ihre Werte professionell bestimmen, in unserer Praxis in Mainz.
Quellen und Leitlinien
- [1] RKI: Vitamin-D-Status in Deutschland. Journal of Health Monitoring, 2016;1(2):36–42. Robert Koch-Institut.
- [2] DGE: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Vitamin D. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2024.
- [3] Holick MF: Vitamin D deficiency. N Engl J Med. 2007;357(3):266–281.