Medizinisch geprüft
Fachlich geprüft von Jochen Wolf · Facharzt für Allgemeinmedizin
Letzte Prüfung: 27. Februar 2026
Reiseapotheke für die Tropen, was wirklich reingehört
Eine vollständig ausgestattete Reiseapotheke kann im Tropenurlaub entscheidend sein. Welche Medikamente wirklich nötig sind, und welche Sie sich sparen können.
Das Wichtigste in Kürze
Die Reiseapotheke für Tropenreisen sollte nach Reiseziel, Reisedauer und bestehenden Grunderkrankungen zusammengestellt werden und mindestens Durchfallmittel, Schmerzmittel, Insektenschutz, Sonnenschutz und Verbandmaterial enthalten. Bei bestimmten Reisezielen kann ein Malaria-Standby-Medikament erforderlich sein. Die Zusammenstellung sollte im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung erfolgen.
Warum eine spezielle Reiseapotheke für die Tropen?
In tropischen Regionen ist die medizinische Versorgung oft eingeschränkt, Medikamente sind möglicherweise nicht verfügbar oder von zweifelhafter Qualität. Häufige Reiseerkrankungen wie Durchfall, Insektenstiche, Sonnenbrand oder allergische Reaktionen lassen sich mit einer gut bestückten Reiseapotheke selbst behandeln. Die Zusammenstellung richtet sich nach Reiseziel, Reisedauer und bestehenden Grunderkrankungen.
Basisausstattung, was in jede Tropenreiseapotheke gehört
Zur Grundausstattung gehören: ein Breitband-Schmerzmittel (Ibuprofen oder Paracetamol), ein Mittel gegen Durchfall (Loperamid als Akutmittel, orales Rehydratationspulver), ein Antihistaminikum gegen allergische Reaktionen und Insektenstiche, ein Breitband-Sonnenschutzmittel (LSF 50), DEET-haltiges Insektenrepellent (Konzentration mindestens 30 %), Pflaster, sterile Wundkompressen und Desinfektionsmittel. Ein Fieberthermometer ist ebenfalls empfehlenswert. Wichtig: Loperamid ist ein reines Symptommittel und nicht geeignet bei Fieber oder blutigem Stuhl — in diesen Fällen ärztliche Abklärung, ggf. Standby-Antibiotikum.
Verschreibungspflichtige Medikamente
Für bestimmte Reiseziele sind verschreibungspflichtige Medikamente sinnvoll oder notwendig. Ein Malaria-Standby-Medikament (z. B. Atovaquon/Proguanil) sollte bei Reisen in Malariagebiete ohne Prophylaxe-Indikation mitgeführt werden. Ein Breitband-Antibiotikum (z. B. Azithromycin) kann bei schwerer Reisediarrhoe oder bakteriellen Infektionen zum Einsatz kommen. Diese Medikamente erhalten Sie nach individueller Beratung auf Rezept.
Häufige Fehler bei der Zusammenstellung
Zu den häufigsten Fehlern gehören: zu viele Medikamente einpacken, die nie gebraucht werden, dafür aber das Entscheidende vergessen. Orale Rehydratationslösung wird oft unterschätzt, Durchfall ist die häufigste Reiseerkrankung und Dehydrierung die häufigste Komplikation. Außerdem werden Medikamente oft falsch gelagert (Hitze im Auto) oder sind bereits abgelaufen. Prüfen Sie das Verfallsdatum vor der Reise.
Individuelle Beratung in unserer Praxis in Mainz
Die reisemedizinische Beratung in unserer Praxis in Mainz umfasst eine auf Ihr Reiseziel zugeschnittene Empfehlung zur Reiseapotheke. Dabei berücksichtigen wir Vorerkrankungen, Dauermedikation und geplante Aktivitäten. Notwendige Rezepte stellen wir direkt im Termin aus, idealerweise sechs bis acht Wochen vor Reiseantritt. Planen Sie eine Tauchreise, prüfen wir bei Bedarf zusätzlich die Tauchtauglichkeit nach GTÜM. Welche Impfungen und welche Malariaprophylaxe zu Ihrem Reiseziel passen, klären wir in der reisemedizinischen Beratung.
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Quellen und Leitlinien
- [1] DTG: Empfehlungen zur Reiseapotheke, Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit, 2024.
- [2] Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise mit Gesundheitsinformationen, laufend aktualisiert.