Medizinisch geprüft
Fachlich geprüft von Jochen Wolf · Facharzt für Allgemeinmedizin
Letzte Prüfung: 27. Februar 2026
Malariaprophylaxe, wann ist sie notwendig?
Malaria ist in vielen tropischen Regionen ein ernstes Risiko. Ob eine medikamentöse Prophylaxe nötig ist, hängt vom Reiseziel, der Reisezeit und weiteren Faktoren ab.
Das Wichtigste in Kürze
Die Entscheidung über eine Malariaprophylaxe richtet sich nach dem Reiseziel, der Reisezeit und weiteren Risikofaktoren. Die DTG unterscheidet zwischen Expositionsprophylaxe, Chemoprophylaxe und Standby-Therapie. Medikamente der Wahl sind Atovaquon/Proguanil, Doxycyclin und in Einzelfällen Mefloquin.
Was ist Malaria?
Malaria ist eine durch Plasmodium-Parasiten verursachte Infektionskrankheit, die durch den Stich infizierter Anopheles-Mücken übertragen wird. Sie kommt in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas vor. Die gefährlichste Form, Malaria tropica (Plasmodium falciparum), kann unbehandelt innerhalb weniger Tage tödlich verlaufen. Weltweit erkranken jährlich über 200 Millionen Menschen.
Chemoprophylaxe, Standby oder nur Mückenschutz?
Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) unterscheidet drei Strategien: (1) Expositionsprophylaxe, Mückenschutz durch Repellents, langärmlige Kleidung und imprägnierte Moskitonetze. Diese Maßnahme gilt für alle Reiseziele mit Malariarisiko. (2) Chemoprophylaxe, regelmäßige Einnahme eines Malariamedikaments vor, während und nach der Reise. Empfohlen für Hochrisikogebiete, insbesondere in Subsahara-Afrika. (3) Standby-Therapie, Mitführen eines Notfallmedikaments zur Selbstbehandlung bei Fieber, wenn ärztliche Hilfe nicht zeitnah erreichbar ist.
Welche Medikamente stehen zur Verfügung?
Die gängigen Prophylaxe-Medikamente sind: Atovaquon/Proguanil (Malarone), Einnahme ab 1–2 Tage vor bis 7 Tage nach der Reise, gut verträglich, relativ teuer. Doxycyclin, kostengünstiger, Einnahme ab 1–2 Tage vor bis 4 Wochen nach der Reise, kann Lichtempfindlichkeit verursachen. Mefloquin (Lariam), wöchentliche Einnahme, wird wegen neuropsychiatrischer Nebenwirkungen nur noch selten empfohlen. Die Auswahl richtet sich nach Reiseziel, Dauer, Vorerkrankungen und individueller Verträglichkeit.
Für welche Reiseziele ist eine Prophylaxe empfohlen?
Eine Chemoprophylaxe wird insbesondere für Subsahara-Afrika empfohlen, hier besteht das höchste Malariarisiko weltweit. Für Südostasien, Indien und Mittel-/Südamerika hängt die Empfehlung von der genauen Region, der Reisezeit und der Aufenthaltsdauer ab. Städtereisen und Aufenthalte in Höhenlagen über 1.500 Metern erfordern in der Regel keine Prophylaxe. Die DTG aktualisiert ihre länderspezifischen Empfehlungen jährlich.
Reisemedizinische Beratung in Mainz
Wer eine Reise in Malariagebiete plant, kann sich in unserer Praxis in Mainz je nach Reiseziel zur Malariaprävention beraten lassen. Dabei berücksichtigen wir Reisezeit, geplante Aktivitäten und Ihre gesundheitliche Vorgeschichte. Notwendige Rezepte stellen wir direkt im Termin aus, idealerweise sechs Wochen vor Reisebeginn. Die Auswahl des Präparats und das Rezept besprechen wir in der reisemedizinischen Beratung in Mainz.
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Quellen und Leitlinien
- [1] DTG: Empfehlungen zur Malariaprophylaxe, Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, aktuelle Fassung 2026.
- [2] WHO: International Travel and Health: Malaria. World Health Organization, 2024.