Medizinisch geprüft
Fachlich geprüft von Jochen Wolf · Facharzt für Allgemeinmedizin
Letzte Prüfung: 12. April 2026
HPV-Impfung für Erwachsene, wann sie sinnvoll ist
Die HPV-Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs und anderen HPV-assoziierten Tumoren. Die GKV-Kassenleistung gilt bis zum 18. Geburtstag, danach ist die Impfung als Selbstzahlerleistung weiterhin sinnvoll.
Das Wichtigste in Kürze
Die HPV-Impfung schützt vor Humanen Papillomviren, die Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs, Rachenkrebs und Genitalwarzen verursachen können. Die STIKO empfiehlt die Impfung für Mädchen und Jungen ab 9 Jahren. GKV-Kassenleistung besteht für 9–14 Jahre (Standardimpfung) und als Nachholimpfung bis zum vollendeten 17. Lebensjahr. Ab 18 Jahren ist die Impfung eine Selbstzahlerleistung.
Was ist HPV?
Humane Papillomviren (HPV) sind eine Gruppe von über 200 Virustypen, von denen einige Hochrisikotypen (v. a. HPV 16 und 18) Krebs auslösen können. HPV wird durch Haut- und Schleimhautkontakt übertragen und ist die häufigste sexuell übertragbare Infektion weltweit. Die meisten Infektionen verlaufen unbemerkt, können aber über Jahre zu Zellveränderungen und Krebs führen.
Warum auch Männer impfen?
HPV verursacht nicht nur Gebärmutterhalskrebs, sondern auch Anal-, Rachen- und Peniskarzinome sowie Genitalwarzen. Seit 2018 empfiehlt die STIKO die HPV-Impfung auch für Jungen. Die Impfung schützt den Geimpften selbst und reduziert die Virusübertragung in der Bevölkerung (Herdenschutz).
GKV-Kassenleistung und Nachholimpfung
Die STIKO-Standardimpfung richtet sich an Kinder von 9 bis 14 Jahren (2 Dosen). Für Jugendliche, die bis dahin nicht geimpft wurden, besteht eine GKV-Nachholimpfung bis zum vollendeten 17. Lebensjahr (vor dem 18. Geburtstag), mit 3 Dosen (Monat 0, 2 und 6). Ab dem 18. Geburtstag ist die HPV-Impfung eine Selbstzahlerleistung. Einzelne Krankenkassen erstatten die Kosten freiwillig bis zum 26. Lebensjahr, dies ist jedoch keine gesetzliche Pflichtleistung und sollte vorab bei der Kasse erfragt werden. Auch nach dem 18. Geburtstag ist die Impfung medizinisch sinnvoll.
Was kostet die HPV-Impfung?
Bis zum 18. Geburtstag: GKV-Kassenleistung (kostenfrei). Ab 18 Jahren: Selbstzahlerleistung. Die Kosten setzen sich aus Impfstoffpreis (Apotheke, derzeit ca. 200 € pro Dosis für Gardasil 9) und ärztlicher Injektionsgebühr (GOÄ Nr. 375) zusammen, bei 3 Dosen ca. 620–650 € gesamt. Einzelne Krankenkassen übernehmen die Kosten freiwillig auch über das 18. Lebensjahr hinaus, bitte vorab anfragen. In unserer Praxis rechnen wir transparent nach GOÄ ab.
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Quellen und Leitlinien
- [1] STIKO: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, Epidemiologisches Bulletin 4/2026, Robert Koch-Institut.
- [2] DGGG: S3-Leitlinie Prävention des Zervixkarzinoms, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, 2024.