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    Prävention5 Min.Jochen Wolf26. Februar 2026

    Medizinisch geprüft

    Fachlich geprüft von Jochen Wolf · Facharzt für Allgemeinmedizin

    Letzte Prüfung: 27. Februar 2026

    Blutdruck richtig messen, Fehlerquellen und Normwerte

    Fehlerhafte Blutdruckmessungen sind häufiger als gedacht. Welche Normwerte gelten, wie Sie richtig messen und wann ärztlicher Handlungsbedarf besteht.

    Das Wichtigste in Kürze

    Der Blutdruck sollte im Sitzen, nach fünf Minuten Ruhe, am Oberarm und mit passender Manschettengröße gemessen werden. Normalwerte in der Praxis liegen unter 140/90 mmHg, bei Selbstmessung unter 135/85 mmHg. Häufigste Fehlerquellen sind zu kleine Manschetten, Sprechen während der Messung und fehlende Ruhephase.

    Warum ist korrektes Blutdruckmessen so wichtig?

    Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist der häufigste vermeidbare Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Niereninsuffizienz. Da Bluthochdruck keine Schmerzen verursacht, bleibt er oft jahrelang unerkannt. Gleichzeitig führen fehlerhafte Messungen häufig zu falschen Diagnosen, sowohl zu Überdiagnosen (Weißkittelhypertonie) als auch zu verpassten Diagnosen (maskierte Hypertonie). Eine korrekte Messtechnik ist daher die Grundlage jeder Blutdruckbeurteilung.

    So messen Sie den Blutdruck richtig

    Setzen Sie sich fünf Minuten ruhig hin, bevor Sie messen. Legen Sie die Manschette am unbekleideten Oberarm an, die Unterkante zwei Finger breit über der Ellenbeuge. Der Arm ruht auf Herzhöhe auf einer festen Unterlage. Messen Sie zweimal im Abstand von ein bis zwei Minuten, der zweite Wert ist in der Regel genauer. Sprechen Sie nicht während der Messung und schlagen Sie die Beine nicht übereinander.

    Welche Werte sind normal?

    In der Arztpraxis gelten Werte unter 140/90 mmHg als normal. Bei der Selbstmessung zu Hause liegt die Grenze etwas niedriger: unter 135/85 mmHg. Optimal ist ein Blutdruck unter 120/80 mmHg. Von Bluthochdruck spricht man ab dauerhaft erhöhten Werten über 140/90 mmHg in der Praxis oder über 135/85 mmHg bei der Heimmessung. Einzelne erhöhte Werte sind noch keine Diagnose, relevant ist der Durchschnitt mehrerer Messungen. Die ESC-Hypertonieleitlinie 2024 ergänzt die Kategorie „Elevated BP” (120–139 / 70–89 mmHg) und legt für viele Patienten strengere Zielkorridore fest; die etablierte Behandlungsschwelle ≥ 140/90 mmHg bleibt aber weiterhin die zentrale Orientierungsgröße.

    Häufige Fehlerquellen

    Die häufigsten Messfehler sind: eine zu kleine Manschette (bei kräftigen Oberarmen ergibt sich ein falsch hoher Wert), Messung ohne vorherige Ruhephase, Sprechen oder Bewegen während der Messung, übereinandergeschlagene Beine (erhöht den systolischen Wert um bis zu 8 mmHg), volle Blase (kann den Blutdruck um 10–15 mmHg erhöhen) und Koffein oder Nikotin kurz vor der Messung.

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    Quellen und Leitlinien

    1. [1] ESC/ESH Guidelines 2023: Mancia G et al. 2023 ESH Guidelines for the management of arterial hypertension. J Hypertens. 2023;41(12):1874–2071.
    2. [2] ESC Guidelines 2024: McEvoy JW et al. 2024 ESC Guidelines for the management of elevated blood pressure and hypertension. Eur Heart J. 2024;45(38):3912–4018.
    3. [3] Deutsche Hochdruckliga: Leitlinien zur Blutdruckmessung, 2023.
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