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    Labordiagnostik · Kardiovaskuläre Prävention

    Lipoprotein(a) Messung in Mainz – der Lp(a) Bluttest

    Lp(a) ist ein genetisch festgelegter, unabhängiger Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Eine einmalige Messung reicht in der Regel ein Leben lang.

    17,49 € als Ergänzung zu Profil oder Check-up · 32,41 € als alleinige Messung (inkl. GOÄ-Basis 14,92 €). PKV-erstattungsfähig je nach Tarif.

    Fachlich verantwortlich: Jochen Wolf, Facharzt für Allgemeinmedizin · Stand: 2026-09-14

    Was ist Lipoprotein(a)?

    Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein dem LDL-Cholesterin ähnliches Blutfettpartikel, das jedoch eine zusätzliche Eiweißkomponente (Apolipoprotein(a)) trägt. Die Höhe des Lp(a)-Werts ist zu über 90 % genetisch festgelegt – Ernährung, Sport oder Gewichtsabnahme verändern ihn praktisch nicht.

    Erhöhte Lp(a)-Werte fördern Atherosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall und Aortenklappenstenose. Etwa 20 % der Bevölkerung haben einen erhöhten Wert, oft ohne es zu wissen. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) empfiehlt seit 2019, Lp(a) mindestens einmal im Leben zu bestimmen.

    Ab welchem Lp(a)-Wert wird es kritisch?

    Lp(a)-WertBewertungEmpfehlung
    < 30 mg/dL (< 75 nmol/L)UnbedenklichKeine spezifische Maßnahme
    30–50 mg/dL (75–125 nmol/L)Moderat erhöhtÜbrige Risikofaktoren engmaschig kontrollieren
    > 50 mg/dL (> 125 nmol/L)Deutlich erhöhtKonsequente Prävention, LDL-Senkung erwägen

    Quelle: Mach F et al., 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias. Eur Heart J. 2020;41(1):111–188.

    Warum reicht eine einmalige Messung?

    • Lp(a) ist zu über 90 % genetisch determiniert.
    • Der Wert bleibt im Erwachsenenalter weitgehend stabil.
    • Eine Kontrollmessung ist nur bei sehr grenzwertigen Befunden oder neuen Therapien sinnvoll.
    • Kenntnis des Wertes ermöglicht eine lebenslange Risikoabschätzung.

    Was tun bei erhöhtem Lp(a)?

    Lp(a) selbst lässt sich aktuell nicht zuverlässig medikamentös senken (Lp(a)-spezifische Wirkstoffe sind in Phase-III-Studien). Entscheidend ist daher die konsequente Kontrolle aller beeinflussbaren Risikofaktoren:

    • LDL-Cholesterin niedrig halten (Ziel je nach Gesamtrisiko)
    • Blutdruck normwertig einstellen
    • Blutzucker / HbA1c im Zielbereich
    • Nichtrauchen, Bewegung, mediterrane Ernährung
    • Ergänzende Bestimmung von ApoB und hs-CRP für vollständiges Risikoprofil

    In unserer Praxis besprechen wir den Befund ärztlich und leiten daraus eine gezielte Präventionsstrategie ab – auf Wunsch im Rahmen unseres Kardio-Metabolik Check-ups (224,39 €), der ApoB und hs-CRP bereits enthält und sich gut mit einer einmaligen Lp(a)-Bestimmung ergänzen lässt.

    Aktuelle und kommende Lp(a)-Therapien

    Aktuell verfügbar

    • Statine senken Lp(a) nicht. Sie sind zur LDL-Senkung wichtig, wirken auf Lp(a) aber nicht relevant.
    • PCSK9-Inhibitoren (z. B. Alirocumab, Evolocumab) senken Lp(a) um ca. 25 % — als Begleiteffekt der LDL-Therapie. Eine eigenständige Zulassungsindikation für die Lp(a)-Senkung besteht nicht.
    • Lipoprotein-Apherese ist die derzeit wirksamste Option bei sehr hohem kardiovaskulären Risiko mit progredienter Atherosklerose. Sie ist einer engen Indikationsstellung nach den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses vorbehalten und wird an spezialisierten Zentren durchgeführt.

    In klinischer Prüfung (Stand 2026)

    Die folgenden Wirkstoffe zielen Lp(a) spezifisch an. Sie sind noch nicht zugelassen; belastbare Endpunktdaten (Herzinfarkt, Schlaganfall, kardiovaskulärer Tod) werden zwischen 2026 und 2028 erwartet.

    • Pelacarsen — Antisense-Oligonukleotid, subkutan; Phase-III-Studie HORIZON.
    • Olpasiran — siRNA, subkutan; Phase-III-Studie OCEAN(a)-Outcomes.
    • Lepodisiran — siRNA mit langer Wirkdauer, subkutan; Phase III.
    • Muvalaplin — oraler Kandidat in früher klinischer Prüfung (Phase II, u. a. KRAKEN-Studie).

    Solange Lp(a)-spezifische Wirkstoffe nicht zugelassen sind, bleibt die konsequente Behandlung aller übrigen Risikofaktoren die entscheidende Strategie. Einen konkreten klinischen Handlungsweg nach ESC-Leitlinie finden Sie im 8-Schritte-Plan „Lp(a) erhöht – was tun?".

    Quellen: EAS-Konsensusstatement 2022 (Kronenberg F et al., Eur Heart J); ESC/EAS-Leitlinien 2019/2021; laufende Phase-III-Studien HORIZON, OCEAN(a)-Outcomes sowie Phase-II-Studien zu Muvalaplin. Keine der genannten Substanzen ist derzeit zur Lp(a)-Senkung zugelassen.

    Kosten & Termin

    Ergänzung zu Profil/Check-up

    17,49 €

    Reiner Laborwert – GOÄ-Basisgebühren sind bereits durch das Profil abgedeckt.

    Alleinige Messung

    32,41 €

    Inkl. GOÄ-Basis 14,92 € (Beratung 10,72 € + Blutentnahme 4,20 €).

    PKV-erstattungsfähig je nach Tarif. Die Laboranalyse erfolgt über unser Partnerlabor Bioscientia.

    Abrechnung nach GOÄ: Beratung Ziffer 1 (10,72 €), Blutentnahme Ziffer 250 (4,20 €), Lipoprotein(a) Ziffer 3737.H1 (17,49 €, 1,15-facher Regelhöchstsatz). PKV-erstattungsfähig je nach Tarif.

    Häufige Fragen zu Lp(a)

    Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein Blutfettpartikel, das genetisch festgelegt ist. Es ist ein eigenständiger, vom LDL-Cholesterin unabhängiger Risikofaktor für Atherosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall. Anders als LDL lässt sich Lp(a) weder durch Ernährung noch durch Sport beeinflussen.

    Werte unter 30 mg/dL (≈ 75 nmol/L) gelten als unbedenklich. Zwischen 30 und 50 mg/dL spricht man von moderat erhöht. Ab 50 mg/dL (≈ 125 nmol/L) ist das kardiovaskuläre Risiko deutlich erhöht und die übrigen Risikofaktoren (LDL, Blutdruck, Blutzucker, Lebensstil) sollten engmaschig kontrolliert werden.

    In der Regel reicht eine einmalige Bestimmung im Leben. Der Wert ist genetisch fixiert und bleibt lebenslang weitgehend stabil. Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) empfiehlt, Lp(a) mindestens einmal bei jedem Erwachsenen zu bestimmen.

    Lp(a) selbst lässt sich aktuell nicht medikamentös senken. Entscheidend ist die konsequente Optimierung aller beeinflussbaren Risikofaktoren: niedriges LDL-Cholesterin (ggf. mit Statin), gut eingestellter Blutdruck, normaler Blutzucker, Nichtrauchen, Bewegung, gesunde Ernährung. In unserer Praxis besprechen wir die Befunde ärztlich und leiten daraus eine gezielte Präventionsstrategie ab.

    Als Ergänzung zu einem Laborprofil oder Check-up kostet die Lp(a)-Bestimmung 17,49 € (reiner Laborwert). Als alleinige Messung kommen die GOÄ-Basisgebühren hinzu (Beratung 10,72 € + Blutentnahme 4,20 €), insgesamt 32,41 €. Privatversicherte erhalten die Kosten in der Regel erstattet.

    Nein. Lp(a) ist ein etablierter, durch ESC- und EAS-Leitlinien empfohlener Biomarker. Etwa 20 % der Bevölkerung haben einen erhöhten Wert, ohne es zu wissen – das bedeutet ein versteckt erhöhtes Herzinfarktrisiko trotz unauffälliger Standardwerte. Eine einmalige Messung schafft hier Klarheit und ermöglicht eine gezielte Vorsorge.

    Ja. Lp(a) gehört zu den wenigen Einzelwerten, die wir als eigenes Doctolib-Motiv freigeschaltet haben. Sie können den Termin direkt online wählen. Alternativ ergänzen Sie Lp(a) am Tag der Blutabnahme zu einem Profil oder Check-up – ohne neuen Termin.

    Nein. Lp(a) ist zu über 90 % genetisch festgelegt und lässt sich weder durch Ernährung noch durch Sport oder Gewichtsabnahme relevant beeinflussen. Ernährungsempfehlungen, die eine Lp(a)-Senkung versprechen, sind wissenschaftlich nicht belegt. Lebensstilmaßnahmen wirken auf LDL-Cholesterin, Blutdruck, Insulinresistenz und Entzündungswerte – dort setzen wir bei erhöhtem Lp(a) an, um das kardiovaskuläre Gesamtrisiko zu senken.

    In der Regel reicht eine einmalige Bestimmung im Erwachsenenalter. Der Wert bleibt lebenslang weitgehend stabil. Ausnahme: Bei Frauen kann nach der Menopause eine zweite Messung sinnvoll sein, da Lp(a) postmenopausal ansteigen kann (Datenlage u. a. Kamstrup PR et al.; Arsenault BJ et al.). Weitere Kontrollen sind nur bei sehr grenzwertigen Befunden oder unter neuen Lp(a)-spezifischen Therapien (Studien) indiziert.

    Beide Einheiten sind in Deutschland gebräuchlich; klinisch bevorzugt wird nmol/L, weil sie – anders als mg/dL – unabhängig von der Größe der Apolipoprotein(a)-Isoform ist. Als Näherung gilt: <30 mg/dL entspricht etwa <75 nmol/L (rule-out), ≥50 mg/dL etwa ≥125 nmol/L (rule-in). Wichtig: Es gibt keinen festen Umrechnungsfaktor – die Isoformgröße variiert von Mensch zu Mensch. Ein Labor, das Lp(a) misst, sollte die verwendete Einheit klar ausweisen. Quelle: EAS-Konsensusstatement 2022 (Kronenberg F et al.).